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Gemeindehaus
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Unsere Gemeinde ist eine evangelische Freikirche. Wir sind evangelische Christen, die ihren Glauben engagiert leben. Was uns verbindet, ist der Glaube an Jesus Christus, Gottes Sohn. Es ist uns ein Anliegen, von diesem Glauben weiter zu erzählen und so eine lohnenswerte Perspektive für das Leben aufzuzeigen.

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Gedanken zur Jahreslosung 2012
Jahreslosung
Schwach und trotzdem stark
„Jesus Christuns spricht: Meine Kraft ist den Schwachen mächtig.“
2. Korinther 12, 19


Das Wort wurde von unserem Herrn an den Apostel Paulus gerichtet und ist auf den ersten Blick nicht ganz einleuchtend. Paulus und schwach? Das ist jedenfalls nicht das Bild, das ich von Paulus habe. So habe ich Paulus eher kennen gelernt: ehrgeizig, fleißig, intelli­gent und konsequent, hat er schon als jüdischer Gelehrter seine Altersgenossen weit übertroffen. Als Verfolger der Gemeinde war er auch der Fleißigste. Dann, nach seiner Bekehrung, als Apostel hat man den Eindruck, dass er mehr Gemeinden gegründet hat als alle anderen Apostel. Ein Großteil des Neuen Testamentes stammt aus seiner Feder. Bei allem, was er anfängt, scheint er Erfolg zu haben. Paulus, ein schwacher Mensch? Ist er nicht eher als stark einzuschätzen?

Er hat auch starke Erlebnisse mit Gott gehabt. Gerade im 12. Kapitel des 2. Korintherbriefes erzählt er davon wie er entrückt wird „bis in den dritten Himmel“. Dort hört er „unaussprechliche Worte, die kein Mensch sagen kann.“ Welch eine Sensation! In unserer Zeit, in der wir nicht viel von Bescheidenheit verstehen, würde daraus ein christlicher Bestseller entstehen.

All das dient als Hintergrund, damit wir verstehen warum Paulus von Gott schwach gemacht wird, und zwar durch irgendein physisches oder seelisches Leiden, das er so beschreibt: „ein Pfahl ins Fleisch, nämlich des Satans Engel, der mich mit Fäusten schlagen soll.“ Ausleger haben seit Jahrhunderten darüber gerätselt was damit gemeint sein kann, ohne eindeutiges Ergebnis. Viel wichtiger für uns ist der Grund den Paulus nennt, warum er von Gott schwach gemacht wird: „damit ich mich nicht überhebe.“ Paulus ist ein starker Mensch, der von Gott schwach gemacht wird damit er nicht durch Stolz oder Überheblichkeit den göttlichen Segen auf seinem Dienst verwirkt. Denn wenn er nicht mit der richtigen, demütigen Einstellung wirkt, ist er für Gott und sein Reich nicht mehr nützlich.

Gerade starke, fähige, selbstbewusste Menschen muss Gott oft begrenzen damit sie segensreich für ihn wirken können. Ich denke dabei an den bekannten amerikanischen Pastor Rick Warren. In einem Vortrag zum Thema „In Schwachheit dienen“ erzählte er davon, wie er jedes Mal, wenn er zu predigen hat, Mühe hat auf den Beinen zu bleiben; es wird ihm schwarz vor Augen, er erlebt jedes Mal große physische Schwachheit, weil Adrenalin für seinen Körper Gift ist. Ein Stoff, der für andere Prediger ein Segen ist, ist für ihn ein Fluch. Seinen Dienst als Verkündiger führt er, ähnlich wie Paulus, ständig in großer Schwachheit aus. Die Gute Nachricht: ich muss nicht immer „gut drauf“ sein um Frucht für Gottes Reich zu bringen. Er gebraucht gerade schwache, begrenzte Menschen um seine Sache voran zu bringen. Denn „wenn ich schwach bin, so bin ich stark.“ (2. Kor. 12,10). Auch dich will er im kommenden Jahr gebrauchen um sein Reich zu bauen.

In diesem Sinne, ein gesegnetes Jahr, Alan Gross